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Ein Bericht von Christoph Schirmacher

Die Norddeutsche Affinerie AG ist ein in Hamburg angesiedeltes Großunternehmen, dessen wichtigstes Produkt Kupfer ist, wobei es die Geschäftsbereiche Kupfererzeugung und Recycling sowie die Herstellung hochwertiger Kupferprodukte gibt. Die NA besteht seit 1866 und ist heute einer der wichtigsten Konzerne in seiner Branche und das in ganz Europa.

Am 20. September 2007 haben wir, der Chemie-Grundkurs der 13. Jahrgangsstufe, unter der Leitung von Herrn Porthmann, diesem Betrieb einen Besuch abstatten dürfen.

Man kann sich vorstellen, dass ein solch großes Unternehmen seine Zeit knapp bemessen hat und somit verwundert es nicht, dass es außer unserer kleinen Gruppe noch zahlreiche Schulklassen gab, die sich ebenfalls für den gleichen Tag angemeldet hatten. Nachdem wir in einem kleinen Empfangsraum gewartet hatten, wurden wir in eine große, ehemalige Produktionsstätte geführt, die nun als Vorstellungsraum genutzt wird. Nach einer kurzen Wartezeit, während der wir uns in der Halle umsahen, einige der dort ausgestellten Produkte und Modelle betrachteten und uns mit freien Getränken versorgten, stellte sich ein ehemaliger Mitarbeiter, der die Gruppen betreuen sollte vor und präsentierte uns einen Film über die Kupferproduktion. Dieser Vortrag bot uns einen interessanten Einstieg, jedoch vordergründig allgemeine Informationen über die wichtigsten Nutzungsbereiche und Warenwege.

Schließlich wurden uns anhand zahlreicher Tabellen die derzeit sehr positive wirtschaftliche Situation des Unternehmens dargelegt. Die Zahl der möglichen Ausbildungsberufe ist gewaltig und erstreckt sich von Handwerks- und Produktionsberufen, wie zum Beispiel der Stelle eines Chemikanten oder eines Mechatronikers, über zahlreiche kaufmännische Berufe. So besteht die Möglichkeit, sich zum Bürokaufmann ausbilden zu lassen oder im Bereich der Bürokommunikation zu arbeiten. Hinzukommen technische und freie Ausbildungsbereiche.

Außerdem wurden uns die Einstellungs- und Übernahmequoten genannt. Dieser Punkt mag bei vielen von uns ernüchternd gewirkt haben. So bildet die Norddeutsche Affinerie jährlich ungefähr 45 neue Mitarbeiter aus, wobei die Zahl der Bewerber jedoch mehrere Tausend beträgt. Die Übernahmequote nach der Ausbildung ist mit über 94% jedoch ungewöhnlich hoch und bietet gute berufliche Chancen.

Neben einem Aufsatz und einem reinen Intelligenztest müssten Bewerber (besonders in den herstellenden Bereichen) ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen und beispielsweise einen Kupferdraht nach Anweisung in eine bestimmte Form biegen. Wer sich in all diesen Prüfungen bewiesen hat, wird anschließend zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und unterschreibt mit  Glück einen Ausbildungsvertrag. Dennoch wurde uns schonungslos mitgeteilt, dass die meisten Auszubildenen, darunter auch Abiturienten, wenig Chancen hätten diese Tests zu bestehen.

Am erstaunlichsten waren jedoch die Informationen über das potentielle Wachstum des Kupfer-Weltmarktes, der sich noch weiter vergrößern wird, wenn der Bedarf der afrikanischen Länder erst einmal gestiegen ist. Wenn man bedenkt wie groß unser Bedarf an Kupfer im Alltag ist (Handys, Computer, Infrastruktur usw.) und wie gering der eines südlichen Entwicklungslandes, lässt sich leicht abschätzen, welche Ausmaße die Kupfererzeugung annehmen würde, sollte der Bedarf auch in dieser Region steigen, was bald der Fall sei. Eine ähnliches Situation gäbe es im Osten. Sollte es der chinesischen Wirtschaft gelingen, das Volumen der USA zu erreichen, würde der Gesamtbedarf um 1,5 Millionen Tonnen im Jahr steigen.

Es gibt kaum ein technisches Medium, das ohne Kupfer hergestellt werden kann. Man versicherte uns, dass durch dieses Potential eine Standfestigkeit des Unternehmens und deren Mitarbeiter gesichert sei, jedoch wurden keine Angaben zu den tatsächlichen Kupfer-Erzvorräten geliefert. So gehen Experten davon aus, dass es bis zum Jahr 2050 einen Kupfermangel geben wird, der auch durch Recyclingprogramme nicht behoben werden kann, denn die Wiedergewinnungsquote liegt weltweit bei 10%, in Europa bei 15%.

Nach diesem Vortrag führte man uns über einen großen Teil der Anlage und brachte uns in direkten Kontakt mit dem Unternehmen. Dieser Rundgang war bei weitem das Interessanteste und bot uns Einblicke in die Aufenthaltsräume, in die Ausbildungs und Produktionsstätten, bis hin zu den Kontroll- und Wartungsbereichen.

Azubis in Blaumännern feilten, sägten und schraubten im Ausbildungsbereich ihre Werkstücke zurecht, Kontrolleure mit Klemmbrettern unter den Armen liefen, sich Zahlen notierend, über die Anlage oder fuhren mit kleinen Autos über das komplett erschlossenen Gelände. Die ganze Anlage gleicht einer kleinen Stadt, die nie zur Ruhe kommt, denn in der NA wird immer auf hohen Niveau gearbeitet.

Zum Schluss unserer Exkursion wurden wir wieder in den großen Empfangsraum geführt, wo man inzwischen belegte Brötchen und noch mehr Getränke serviert hatte. An dieser Stelle bekamen wir die Gelegenheit, uns auszutauschen und offene Fragen zu beantworten. Schließlich verließen wir die Norddeutsche Affinerie. Wir alle hatten einen aufregenden Tag verbracht und wer Lust bekommen hat, kann sich mit der NA nun noch etwas intensiver auseinandersetzen.

Zuletzt bearbeitet: 25.06.11

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