Am Freitag, 21. Dezember 2007 machte unser Wahlpflichtkurs „Naturwissenschaften“ in Begleitung von Herrn Porthmann und Herrn Dr. Heribert Wefers vom NABU Rotenburg eine Exkursion zur Ruschwede bei Fintel sowie zur Forellenaufzuchtstation in Lauenbrück. Diese Führung wurde durch Ralf Gerken vom Angelverein Lauenbrück geleitet und unterstützt durch seinen Kollegen, Patrick Thiel, vom Angelverein Fintel.
Nach der 5. Stunde trafen wir uns auf dem Lehrerparkplatz. Die anderen Eichenschüler hatten schon Schulschluss, den wir heute, am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, auch gehabt hätten. Aber als angehender „Bachspezi“ muss man so etwas halt in Kauf nehmen. Wir wurden nun auf die Autos von Herrn Gerken und Herrn Thiel, den Eichenschulbus sowie auf das Auto von Herrn Dr. Wefers verteilt. Unser Trupp wurde nun zur Ruschwede eskortiert. Herr Thiel holte seine Ausrüstung zum Elektrofischen aus dem Auto und Herr Gerken eine große, grüne Plastikwanne. Das Equipment zum Elektrofischen bestand aus einer „stromdichten“ Wathose und einer Batterie. An der rechten Seite der Batterie, die er sich über die Schultern gehängt hatte, war ein Kescher angebracht, auf der linken ein dickes Metallseil. Dann ging er ins Wasser. Durch das Seil wurden jetzt Stromschläge ins Wasser geleitet, die die seltenen Meerforellen, wegen derer wir überhaupt hier waren, für kurze Zeit außer Gefecht setzen sollten. Die Fische sind für 2-3 Minuten betäubt und danach wieder gesund und munter, für uns Menschen sind die Stromschläge allerdings nicht so gut wegzustecken und mitunter lebensgefährlich.
Uns wurde einiges über die bis zu einen Meter großen Fische erklärt, z.B. dass man Männchen (Milchner) und Weibchen (Rogner) an einem Haken am Mund unterscheiden kann, der dem Männchen mit der Zeit wächst. Ein richtiger „Kinnhaken“! Wir fingen nur jüngere Tiere, die „erst“ ca. 60 cm lang waren. Einer von unseren Kandidaten hatte eine schon sehr weit fortgeschrittene Pilzinfektion am Kopf. Diese entsteht, wenn die Meerforellen zum Laichen vom Meer zurück zu ihrem Geburtsort schwimmen und sie und somit auch ihr Immunsystem sehr geschwächt sind. Wenn der Fisch es zurück zum Salzwasser schaffen würde, stürbe der Pilz ab, da er nur in Süßwasser überleben kann.
Mit drei Forellen bewaffnet (2 Weibchen, 1 Männchen), die während der Fahrt in einer großen, blauen Plastikschale mit Filteranlage, Extra-Sauerstoffzufuhr und natürlich Wasser, dümpelten, fuhren wir zur Forellenaufzuchtstation des Angelvereins Lauenbrück, der eigentlich nur aus einer Holzhütte mit zwei Zimmern bestand. Hier ruhen ca. 250.000 Forelleneier. Die Fische wurden nun mit Nelkenwasser betäubt und die Eier der Weibchen über einer Schüssel abgestriffen - das hatte Ähnlichkeit mit dem Melken. Das Männchen wurde ohne sein Wissen für die Besamung verwendet. Danach erklärte man uns noch Diverses über die kleinen gelb-orangenen Eier. Auch ein totes war dabei. Es war nicht durchsichtig, wie die anderen, sondern undurchsichtig und weiß. Anschließend wurden die Fische freigelassen und um 13:30 Uhr waren wir wieder bei der Schule.
Anmerkung: Die Arbeitsgemeinschaft der Angelvereine Lauenbrück, Fintel und Westervesede hat im Jahre 2005 den Preis für aktiven Umweltschutz „muna“ der Deutschen Bundesumweltstiftung erhalten:
http://www.dbu.de/index.php?menuecms=123&objektid=2080&menuecms_optik=730
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Zuletzt bearbeitet: 25.06.11