Am 18.04.08 stattete der WPK „Naturwissenschaften“ der siebten Klassen, unter der Leitung von Herrn Porthmann, der Kläranlage Scheeßel einen Besuch ab. Dabei kamen uns Schülern viele interessante Informationen zum Thema Abwasserreinigung zu Ohren. Bei einer Führung durch die Anlage wurden uns die Reinigungsprozesse auf aufschlussreiche Weise erklärt.
Als erstes kamen ein paar allgemeine Informationen, wozu z.B. zählte, dass der Deutsche am Tag ca. 130 Liter Wasser verbraucht, von denen nur 3 Liter zum Trinken genutzt werden. Außerdem gibt es im Gemeindegebiet Scheeßel insgesamt 20 Pumpstationen, die an der Abwasserreinigung beteiligt sind. Nach einem kurzen Einstieg nahm die Führung ihren Lauf...
Zum Abwasser zählt vor allem Wasser, das durch Essensreste und Ausscheidungen verschmutzt wurde, jedoch auch Regenwasser. Eigentlich zählt alles an Wasser, das in die Kanalisation gelangt, zum Abwasser. Dieses Abwasser, das größtenteils aus Haushalten und Betrieben kommt, wird zunächst in großen Becken der Kläranlage vorgelagert. Aus diesen Becken wird immer wieder neues Wasser in die eigentliche Kläranlage eingeleitet und durch verschiedene Prozesse gereinigt.
Uns wurde jetzt die erste Reinigungsform vorgestellt, die mechanische Reinigung. Ein Rechen entfernt Grobteile aus dem Wasser und mit einem Gerät namens Sandfang wird Sand aus dem Wasser aufgefangen. Außerdem werden Öl- und Fettablagerungen an der Wasseroberfläche mit dem so genannten Öl- und Fettabscheider von der Wasseroberfläche abgeschöpft.
Nach dieser Reinigung folgt die Vorklärung. Bei der Vorklärung fließt das Wasser langsam innerhalb eines Beckens, so dass sich feiner Schlamm am Boden absetzen kann. Nun wurde ihnen die folgende biologische Form der Reinigung gezeigt. Bei dieser Form wird versucht, die Reinigung der Selbstreinigung der Flüsse gleichzumachen, jedoch durch die Kläranlage zeitlich und räumlich begrenzt. Dabei fließt das Wasser in ein Belebtschlammbecken.
In diesem Becken bauen Mikroorganismen die organischen Stoffe des Wassers ab. Durch eine Belüftungsanlage wird den Organismen für sie wichtiger Sauerstoff zugepumpt. Dabei gewinnen die Mikroorganismen Energie. Mineralsalze wie Nitrit und Phosphat entstehen, wodurch sich die Lebewesen vermehren.
Nachdem wir diese Reinigungsformen beobachtet hatten, wurden sie zur Nachklärung geführt. Durch die Vermehrung der Mikroorganismen entsteht so genannter Belebtschlamm, welcher zum größten Teil in Faultürmen eingelagert wird, wobei ein Abbauprozess stattfindet. Dabei entsteht Methangas, welches zum Heizen genutzt werden kann. Der Schlamm lässt sich außerdem weiterverwenden. Er wird getrocknet und als Dünger genutzt. Meistens wird er jedoch in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt.
Jetzt folgte noch die chemische Stufe. Bei ihr wird dem Wasser ein Fällungsmittel in Form von Aluminium- oder Eisensalz zugesetzt, welches für die Phosphatfällung verantwortlich ist. Das Fällungsmittel kann jedoch auch schon früher zugesetzt werden. Dabei kommt es zu folgender Reaktion: Die zugeführten Metallsalze sind positiv geladen und verbinden sich mit den negativ geladenen Phosphationen. Es entsteht das schwer lösliche Metallphosphat, welches in Form feinster Flöckchen ausgefällt wird. Dieser Vorgang dient dazu, ein übermäßiges Wachstum von Wasserpflanzen und Mikroorganismen in Gewässern zu verhindern.
Kommunale Kläranlagen dürfen das gereinigte Wasser über die Vorfluter jetzt direkt in Flüsse einleiten – in unserem Fall die Wümme.
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Zuletzt bearbeitet: 25.06.11