![]()
![]() ![]()
News
Sie befinden sich hier: Außerunterrichtliches / Veranstaltungen / nanoTruck - 03.-04.11.2011 / Die Welt des Winzigen /
Nano-Truck des Bundesforschungsministeriums machte in der Eichenschule Station 37 Tonnen rollende Ausstellung und Experimentierstation mit Labortischen, interaktiven Exponaten, Lasershow und zwei Spezialmikroskopen, letztere mit einem Gesamtwert von mehr als 115 000 Euro – das sind nur einige der Eckdaten des Nano-Trucks. Dieser ist seit 2004 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterwegs und machte von Mittwoch bis Freitag auf Initiative von Lehrer Hendrik Porthmann an der Scheeßeler Eichenschule Halt. Betreut wird er von einem dreiköpfigen Team, je einem Biologen, Chemiker und Physiker. Schon das lässt erahnen, dass es bei der Nanotechnologie um eine Mischung zahlreicher Disziplinen geht. Ebenso viele Anwendungsfelder ergeben sich aus Tatsache, dass sich die Materialeigenschaften winziger Partikel auf Wunsch verändern lassen. Dies machte der Biologe Dr. Marco Kollecker den Schülern der 9e von Chemielehrerin Dr. Diana Ludolfs eindrucksvoll am Beispiel vom Ketchup deutlich, der vom Lotusblatt abperlte. Sie gehörten zu den insgesamt zwölf Klassen, die an zwei Tagen in den Genuss der ebenso informativen wie didaktisch sauber aufbereiteten Ausstellung kamen. Dazu kamen noch einmal zwei Praktika, in denen am Elektronen- und Rastertunnelmikroskop konkrete Versuchen durchgeführt wurden. Hier durften die Schüler, vor allem Neunt- bis Elftklässler, anhand selbst mitgebrachter Proben erforschen, wie beispielsweise ein Schmetterlingsflügel auf Atomebene aussieht oder sich aus Tee, Büroklammern und Bleistiften eine eigene Mini-Solarzelle bauen. Wenn Referent Dr. Alexander Heusel in seinem Kick-Off-Vortrag mit der Begeisterung eines Zauberlehrlings „fast von „Magie“ gesprochen hatte, so regten die Exponate im Inneren der rollenden Informations- und Forschungsstation tatsächlich zum Staunen an: Mützen, die dank eingebauter LEDs die Farbe ändern, wenn man mit ihnen spricht oder Stromerzeugung mit Hilfe der Körperwärme waren nur einige der zahlreichen Beispiele für Anwendungsgebiete, die der Vorstoß der Wissenschaft in die Welt des Winzigen ermöglicht. Auch in punkto Grundlagen brachten die Beispiele Kolleckers die Schüler zum Staunen, etwa zur Fähigkeit der Partikel zur Selbstorganisation: „Stellt euch vor, ihr kippt einen Sack Legosteine aus und die bauen sich selbst zum Kölner Dom zusammen – das ist Nanotechnologie!“ Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele, die es sich nicht hatte nehmen lassen, die Ausstellung persönlich in Augenschein zu nehmen, begrüßte die Beschäftigung der Schüler mit dieser zukunftsweisenden Technologie. „Die Tatsache, dass das Projekt gerade um weitere drei Jahre verlängert worden ist, zeigt, dass hier großer Bedarf besteht“, so die Verwaltungschefin. Kollecker verschwieg aber auch nicht die Schattenseiten, die jede Technik mit sich bringt. Er persönlich befürwortet die geplante Auszeichnungspflicht von Produkten mit Nanotechnik, die es bereits zahlreich auf dem Markt gibt. Weitere Infos unter www.nanotruck.de Mit freundlicher Genehmigung von Ulla Heyne, Rotenburger Kreiszeitung vom 07.11.2011 |