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Förderkonzept der Eichenschule

1. Vorbemerkung

1.1   Grundlage für die Ausarbeitung dieses Konzeptes sind das Leitbild und das Schulprogramm der Eichenschule sowie die realen Bedürfnisse und praktischen Erfordernisse, die sich aus den Beobachtungen des Schulalltages ergeben. Ein Förderprogramm, das sich an den Interessen von Schülerinnen, Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern orientiert und auch von allen wahrgenommen wird, gehört zu den Merkmalen einer Qualitätsschule. Es trägt zur weiteren Profilierung der Eichenschule bei.

1.2   Die Umsetzung dieses Konzeptes in die alltägliche Schulpraxis erfordert schrittweise die Bildung von Teams und damit verbunden erweiterte Freiräume für die Kommunikation zwischen den Lehrkräften. Mit Hilfe eines institutionalisierten Dialogs sollen Lernprobleme schneller erkannt und Hilfen angeboten bzw. koordiniert werden.

1.3   Mit diesem Konzept wird nicht die pädagogische Arbeit der Vergangenheit dementiert. Es gibt bereits vielfältige und erfolgreiche Beispiele für gelungene individuelle und kollektive Förderung. Daran knüpft das Folgende an, allerdings beträchtlich erweitert und programmatisch systematisiert als Ziel und Selbstverständlichkeit.

2. Kultur und Ermutigung

2.1   Trotz aller notwendigen Zusatzangebote oder speziellen Fördermaßnahmen sollte klar bleiben: Fördern und Fordern findet nach wie vor primär im „normalen“ Unterricht statt. Guter Fachunterricht, das Vermitteln von Kenntnissen und Kompetenzen, das Verbessern des Lese- und Aufgabenverständnisses, das Erarbeiten von Lösungsstrategien sowie Auslösen von zielgerichteten Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler und von Lernmotivation – auch durch ein breites Aufgaben-Repertoire im Kontext der inneren Differenzierung – ist die unersetzbare Basis für alles andere. Zu diesem fördernden und fordernden Unterricht gehören eine immer wieder modifizierte und den Bedürfnissen angepasste Methodenschulung (inklusive Lernstrategien, selbstständiges Arbeiten, Präsentationstechniken) ebenso wie fächerübergreifende und projektorientierte Ansätze, das Trainieren von analytischen Kompetenzen, das Einüben von Teamfähigkeit, Arbeitsorganisation und Gesprächskultur sowie die positive Beeinflussung des Arbeits- und Sozialverhaltens.

2.2   Eine von Lehrkräften und Eltern praktizierte „Kultur der Ermutigung“ ist das beste Förderkonzept. Leistungen werden individuell, klassenintern und zum Teil (schul-)öffentlich gewürdigt. Bei Klassenarbeiten wie auch anderen größeren Beiträgen wird grundsätzlich zuerst das Gelungene, Befriedigende oder Verbesserte positiv vermerkt. Die „Schatzsuche“ rangiert vor der „Fehlersuche“. Die Begründung für und Kommentierung von Zensuren orientiert sich nicht nur am geforderten Ausmaß an Kompetenzen, sondern auch an individuellen Lernfortschritten interessiert ist.

2.3   Nach den ersten schriftlichen bzw. sonstigen fachspezifischen Lernkontrollen, spätestens Mitte November, finden unter Beteiligung der Eltern obligatorische Gespräche mit denjenigen Schülerinnen und Schülern statt, die bis zu diesem Zeitpunkt keine ausreichenden Leistungen erzielt haben. Neben der Erörterung der Ursachen für die Defizite soll eine Vereinbarung fixiert werden, die alle drei beteiligten Seiten zu konkreten Maßnahmen des Förderns und Forderns verpflichtet. Infrage kämen z.B. die schulinterne Hausaufgabenbetreuung, spezielle jahrgangs- und fächerorientierte Förderkurse, Nachhilfeunterricht oder Zusatzaufgaben unter Einbeziehung von Ferienzeiten oder Wochenenden, regelmäßig kontrollierte Hausaufgaben mit gegenseitigen Unterschriften, Vermittlung von geeignetem Übungsmaterial und von engagierten Schülerinnen und Schülern als Lern-Paten. Diese Gespräche entlasten teilweise den Termindruck der regulären Elternsprechtage. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist der aktuelle Leistungsstand in allen Fächern bekann zu geben und zu erörtern. Die Schule stellt ein umfangreiches Beratungsangebot zur Verfügung (siehe Beratungskonzept).

2.4   Es wird ein Nachhilfepool, bestehend aus älteren Schülerinnen, älteren Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie ggf. von Eltern, aufgebaut. Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler können nach einer sie qualifizierenden Kurz-Ausbildung jüngere Schülerinnen und Schüler fit machen in bestimmten Fächern und für das Bestehen des Schulalltages – und durch das Vermitteln von Kompetenzen selber neue Kompetenzen erwerben. Engagierte Schülerinnen und Schüler bekommen für ihr erfolgreiches Bemühen von der Schule Zertifikate, werden analog der am Notendurchschnitt orientierten Eichennadel besonders gewürdigt und im Zeugnis gelobt.

2.5   Es wird angestrebt, die Wiederholer-Quote erheblich zu reduzieren. Es wird vermehrt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Schülerinnen und Schüler auch dann in einem funktionierenden Klassenverband zu belassen, wenn sie in ein paar Fächern keine ausreichenden Leistungen zeigen, jedoch engagiert am Förderunterricht teilnehmen. Speziell für die Mittelstufenklassen sollten die (angestrebten) Jahrgangsteams Motivationsideen für Schülerinnen und Schüler mit Lernproblemen entwickeln und austauschen. Es wird zudem ein Fortbildungskonzept zur verbesserten Diagnostik erarbeitet, damit Lehrkräfte schneller und treffsicherer die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler erkennen können. Dazu gehören auch vertiefte Kompetenzen bei der Erstellung und Auswertung von Lernkontrollen.

2.6   Im Rahmen des Ganztagsschulkonzeptes werden spezifische Förderkurse angeboten. Diese können – je nach Bedarf – das ganze Spektrum von Bildung umfassen, also beispielsweise Latein als dritte Fremdsprache, Basiswissen in Rechtschreibung bzw. Grammatik, Wiederholen und Festigen mathematischer Grundfertigkeiten und Gesetze, Methoden zur Vorbereitung von Klausuren und Klassenarbeiten, rhetorische Übungen und Präsentationstechniken, Naturwissenschaften für Mädchen oder Schreiben und Lesen für Jungen bzw. umgekehrt.

2.7   Fachrichtungen wie z.B. Jura, Journalismus oder Sozialpädagogik, die man studieren kann, aber nicht als Unterrichtsfach vorgesehen sind, werden bei Bedarf im Rahmen des Ganztagsschulkonzeptes als Seminare mit Bescheinigung (ggf. auf dem Zeugnis) angeboten. Lehrkräfte werden ebenso wie qualifizierte Eltern bzw. Freunde der Eichenschule für diese Unterrichtstätigkeit gewonnen. Sie dient neben der Entdeckung und Förderung spezifischer Begabungen und Neigungen auch der beruflichen Orientierung, die wiederum in den höheren Jahrgängen als Lernmotivation dienen kann.  

2.8   Die Teilnahme an Wettbewerben ganzer Klassen oder einzelner Schülerinnen und Schüler wird intensiv unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler werden zur Beteiligung ermutigt, ihnen wird im Rahmen des Fachunterrichts und darüber hinaus Hilfe angeboten. Die zu würdigenden Bemühungen der Wettbewerbsteilnehmerinnen/-teilnehmer und ihre Erfolge werden dokumentiert, präsentiert und ggf. auch als besondere Lernleistung anerkannt.

2.9   Es wird als Reaktion auf schulische Alltagserfahrungen ein Konzept für eine umfassende Leseförderung ausgearbeitet. Dazu gehören Vorlesestunden, Buchvorstellungen, Lesenächte, Wettbewerbe der Stiftung Lesen bzw. des deutschen Buchhandel, Autoren-Lesungen, Empfehlungen für Eltern, Einrichtung eines Ruheraumes und ggf. einer dauerhaften Büchereiaufsicht, aber auch Formen kreativen Schreibens als Auseinandersetzung mit Literatur.

2.10   Die Eichenschule versteht sich als Gymnasium, an dem Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen besonders gefördert werden. Neben der Teilnahme am regionalen „Verbundsystem“ und der in diesem Rahmen stattfindenden Fortbildung und Beratung wird Hilfestellung bei der Organisation eines Gesprächskreises der betroffenen Eltern angeboten.

2.11   An Schülerinnen und Schüler, die ein bedarfsgerechtes und umfassendes Unterstützungs- und Förderangebot in Anspruch nehmen können, wird die Forderung nach einem Erfolg versprechenden Arbeits- und Sozialverhalten sowie nach selbstkritischer Reflexion gerichtet werden. Die Erwartungen und Ansprüche der Eichenschule sind hoch. Die Freude am Gelingen und anerkennendes Lob, das Vergnügen an neuen Erkenntnissen, das Wohlgefühl bei gemeinsamer Arbeit – das ist das, was wir unter Spaß an und in der Schule verstehen.  

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(c) 2007 - 2012 Eichenschule Scheeßel

 Zuletzt bearbeitet: 25.06.11