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Bericht aus den USA von Fernanda v.Schiller
Happy new year! Es tut mir Leid, dass ich meinen Quartalsbericht erst jetzt schicke. Ich habe einen Bericht an meinen Rotary Club geschrieben, aber vergessen, den auch an Sie zu schicken. Fünf Monate ist es jetzt schon her, dass ich hier in Maine Mitte August angekommen bin. Ich habe mich sofort sehr wohl in meiner Gastfamilie gefühlt: die Eltern Mark and Mary Blair und die kids Elizabeth, 18, und Alex, 14. Wir hatten noch etwa drei Wochen Sommerferien, bevor die Schule angefangen hat, die wir auch in vollen Zügen genossen haben. Das Wetter hätte nicht besser sein können, um die 35° C, und ich habe tatsächlich auch noch etwas Sommerbräune abbekommen. Den ersten großen Trip haben wir schon einige Tage nach meiner Ankunft gemacht. Wir haben den höchsten Berg in Maine, Mount Katahdin, im Acadia National Park bestiegen. Eine Truppe von etwa 20 Leuten, Freunde und Familie, es war zwar anstrengend und der Muskelkater hat sich später auch gemeldet, aber ich habe es sehr genossen und hatte einen unbeschreiblichen Ausblick auf die Umgebung. Den Rest der Ferien haben wir im Camp meiner Gastfamilie verbracht, ein kleines Sommerhäuschen am Lake Lucerne. Jeden Sommer renovieren die Blairs etwas mehr vom Camp, das heißt, wir lagen nicht nur auf der faulen Haut. Wir haben hauptsächlich Schindeln gestrichen und sind schwimmen gegangen, kayaking und tubing. Tubing ist schwer zu beschreiben, man spannt ein großes Luftkissen hinter ein Motorboot und ab geht die Post. Man versucht sich verzweifelt irgendwie auf dem tube zu halten, während Mark Vollgas gibt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe es sehr genossen, dass ich noch Ferien hatte, bevor die Schule angefangen hat. My town heißt Belfast und liegt an der Ostküste der USA in Maine. Es gibt etwa 6000 Einwohner, ein paar stores downtown, ein Kino, Restaurants, einen großen Supermarkt und natürlich McDonalds und DunkinDonuts. Die Schule fing dann im September an. Sie ist sehr anders als in Deutschland. Jeden Tag hat man 6 periods, von 7.37 bis 2.05, eine 7-minütige Frühstückspause und 35 Minuten Lunch Time. Hier hat jeder Schüler seinen eigenen Stundenplan, sodass man nicht immer mit den gleichen Leuten Unterricht hat. Die Schüler müssen von Klassenraum zu Klassenraum rasen, zwischen den periods haben wir etwa 3 Minuten Zeit, von einem zum anderen Klassenraum zu rasen und zwischendurch noch beim locker zu stoppen und die Sachen für die nächste class zu schnappen. Die Woche ist in A,B,C und D-days eingeteilt, ein rotating-schedule. Das heißt man wacht morgens auf und fragt sich nicht welcher Wochentag ist, sondern welcher A,B,C or D-day. Wer jetzt verwirrt ist, fühlt sich wie mich am Anfang, aber nach ein paar Wochen wird es zur Routine. Der Unterricht ist hier nicht so schwierig, hier hat man z.B. in der 11. Klasse das erste Mal Chemistry. Aber auf der anderen Seite gibt es mehr künstlerische Fächer, Kunst ist in mehrere Fächer eingeteilt, wie Portofolio, Photography, Crafts... Ich habe in dem Fall-Musical "Anything goes" mitgespielt. Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir hatten einen großen Erfolg. Aber immer der Reihe nach: Im September hatten wir eine Orientation, wo uns nochmal alle Regeln erklärt wurden. Ein paar Wochen später sind dann alle Austauschschüler aus meinem Distrikt auf einem Rafting Trip gewesen, für ein Wochenende. Es war saukalt, aber wir hatten unglaublich viel Spaß. Als Wintersport spiele ich Basketball, ich habe mich ehrlich gesagt nie so wirklich dafür interessiert, aber ich wollte mal was Neues ausprobieren, und meine Gastschwester spielt Basketball, also wieso nicht? Die season läuft seit etwa 5 Wochen, wir trainieren hart und warten immer noch auf unseren Durchbruch ;-) Ansonsten versuche ich einmal wöchentlich Balletstunde zu nehmen, aber oft überschneidet es sich mit Basketball. Sports und Musik spielt man hier eigentlich an der Schule und man geht nicht zu Clubs oder Vereinen. Es wird auch sehr ernst genommen; wenn man ein game hat, wird sich chick angezogen, Bluse, keine Jeans und keine Turnschuhe!!! Man repräsentiert seine Schule und das muss gut aussehen. Der Herbst war sehr schön, Indian Summer und es hat das erste Mal im November geschneit. Nach und nach kam immer mehr Schnee und es wurde kälter und kälter. Wir hatten bis jetzt vier snowdays, schulfrei, es hat zu viel geschneit :-) Vor zwei Wochen war Weihnachten. Es war anders, aber schön. Am 24. sind wir in die Kirche gegangen, haben dinner gegessen und dann durften wir kids gegenseitig unsere Geschenke auspacken. Am nächsten Morgen hingen dann unsere prall gefüllten stockings am fireplace, und wir durften auch den Rest der Geschenke auspacken, in Pyjamas!!! Gegen Mittag kamen die Mutter von Mary und ihr Bruder, und wir hatten einen gemütlichen Familientag mit viel zu viel zu essen. :-) Ich könnte noch ewig weiterschreiben, aber ich fürchte, dann sitze ich morgen noch hier. Vielen Dank, dass Rotary mir dieses Jahr ermöglicht, ich bereue es kein bisschen und bin so froh, dass ich mich dafür entschieden habe! Liebe Grüße Fernanda v. Schiller in Belfast, Maine Das ist meine website, mit Bildern und ein paar Berichten www.fern-goes-west.piczo.com
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